Trocken sein - trocken bleiben
Da Alkohol in unserer Gesellschaft ein ständiger Begleiter ist, wird es immer wieder vorkommen, dass Du in verschiedenen Situationen damit konfrontiert wirst. Und genau hier ist es wichtig sich "richtig" zu verhalten und ablehnend zu reagieren, so dass ich mich als trockener Alkoholiker nicht zwingend outen muss, denn:
"Alkohol ist in unserer Gesellschaft die einzige Droge, bei der Du erklären musst, warum Du diese nicht nimmst"
Dein familiäres Umfeld
Deine Familie ist Dein engster Kreis, hier hast Du eine Komfortzone und kannst auf Vertrauen bauen.
Informiere sie darüber, dass Du zukünftig auf Alkohol verzichten möchtest. Das ist wichtig, denn somit wissen sie von Deinem Vorhaben und kommen erst gar nicht erst auf die Idee, Dich zu einem Glas Bier oder Wein einzuladen. Bei Familienfesten kann dann schon im vorher auf nicht alkoholische Getränke gebaut werden und Du musst nichts erklären, wenn Du NEIN sagst.
Bei der Arbeit
Auch das kennst Du mit Sicherheit. Es hat mal wieder jemand Geburtstag, ein Kollege oder eine Kollegin hat Nachwuchs bekommen, jemand wurde befördert oder Neujahr steht vor der Tür. Und wieder klingeln die Gläser mit Sekt, Bier oder Wein. Bevor ich mich als trockener Alkoholiker geoutet habe, sagte ich immer, dass ich allergisch auf die Substanz Alkohol reagiere. Das geht jedoch nur bei Menschen, die mich bis jetzt nicht gekannt haben, funktioniert aber. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass niemand nachgefragt hat und es wurde bei der Ablehnung automatisch ein alkoholfreies Getränk angeboten. Manchmal macht man sich Zuviel Gedanken darüber, dabei ist es ganz einfach "NEIN" zu sagen.
Ist "NEIN" sagen unhöflich?
"NEIN" zum angebotenen alkoholischen Getränk sagen ist nicht unhöflich. Ich zeige lediglich meine Grenze auf, die zu akzeptieren ist. Das kommt nicht immer gut an aber es zeigt meine Stärke, wenn ich beim Nein bleibe. Und einen Grund muss ich auch nicht angeben, denn ich springe auch nicht aus dem 5.Stockwerk, nur weil einer das Fenster aufmacht, oder?
Ich habe oft die Erfahrung gemacht, mich gar nicht rechtfertigen zu müssen, da war ich meist mehr erschrocken darüber, denn schließlich hatte ich mir schon einige Gründe zurecht gelegt, warum ich auf Alkohol verzichte.
Werde ich zur Randfigur in meinem Freundeskreis?
Klar kann es vorkommen, dass die Menschen, mit denen Du viel und gerne getrunken hast, Dich erstmal komisch anschauen, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier, nach einiger gewissen Zeit wird sich niemand mehr wundern und auch keiner wird Dich mehr fragen ob Du ein Bier oder ein Wein willst.
Ich hatte ein paar alkoholfreie Wochen und Monate. Mein Leben ging aber im gleichen Trott weiter, bei Besuchen in der Dorfbar oder im Clubhaus des Fußballvereins war es dann aber kein Bier mehr, sondern Wasser und die Erfahrung hat mir gezeigt, dass niemand nach gefragt hat. Das war schon sehr beeindruckend, denn es blieb alles beim Alten, jedoch ohne Alkohol.