Achterbahn Alkohol - Mit Rückenwind bergab
In meinem Leben mit Alkohol gibt es keine Geschichten, alles was ich hier schreibe sind Wahrheiten und sind genau so passiert und ich bin keineswegs stolz darauf auch wenn es hier und da ein wenig lustig klingt. Oftmals hätte viel mehr passieren können.
Mein Buch, meine Erzählung, mein Leben
10.Januar 2025
Nach fast sieben Jahren, immer mal wieder daran arbeiten, habe ich heute mein Buchmanuskript an ein Buchversand gesendet.
Ich erzähle darin meinen Lebenslauf von Kindheitstagen mit einem alkoholabhängigen Vater bis zu meinem freien Fall als Alkoholiker.
Ich bin sehr auf den weiteren Verlauf dieses Buches gespannt.
Achterbahn Alkohol – mit Rückenwind bergab.
Jeden Tag an meine Krankheit erinnert zu werden ist wichtig
05.Juni 2024
Für mich als trockener Alkoholiker ist es sehr wichtig und unabdingbar jeden Tag an meine Krankheit erinnert zu werden, denn nur so kann ich jeden Tag aufs Neue "NEIN" zum ersten Glas sagen und einen weiteren Tag trocken und glücklich sein.
Mir persönlich helfen hier die Gedanken zum Tag der Anonymen Alkoholiker, Dieser kleine Text am Tage hat mich immer wieder vor möglichen Rückfällen bewahrt.
Achterbahn Alkohol – mit Rückenwind bergab.
Mein kalter Entzug
03.Juni 2024
Nie mehr möchte ich die Nacht meines kalten Entzugs noch einmal erleben.
Für mich fühlte es sich wie ein langsamer Sterbeprozess an, dem ich nicht entkommen konnte. Ich war nicht in der Lage mich geistig oder körperlich gegen diese Stunden zu wehren.
Ich lag auf einem Feldbett in meiner damaligen Wohnung, die ich noch immer als Fluchtquartier hatte und gab mir tagelang jede Stunde immer wider den Alkohol. Ich schüttete in mich rein, was gerade da war. Das Ziel war einmal mehr zu vergessen und mich selbst in meinen Mitleid abzuschießen. Irgendwann kam der Zeitpunkt, wo ich zum einen nichts mehr zum Trinken hatte und zum anderen nicht mehr in der Lage gewesen wäre mir irgendwo irgendwas zum Trinken zu organisieren. Es war der Punkt, an dem es in mir anfing zu arbeiten. Ich legte mich hin und wartete auf die Dinge, die da ab jetzt mit mir geschehen würden. Es waren fürchterliche Stunden des Entzugs. Mein Körper spielte mit mir Ping-Pong, mein Herz raste, ich schwitzte und gleichzeitig war mir kalt. Es war eine Tortur über viele Stunden, mein Körper reinigte sich selbst und bestrafte mich für die letzten Jahre meines Trinkens, jeder Tag trinken wurde quittiert mit Schmerz und Demütigung.
Ich werde diese unendlichen Stunden nie vergessen und ich möchte das auch nie wieder miterleben, heute weiß ich, dass ich mein Leben aufs Spiel gesetzt habe, aber ich weiß auch, dass ich mit jeden Schluck Alkohol dies auch gemacht habe.
Heute bin ich trocken und glücklich.
Achterbahn Alkohol – mit Rückenwind bergab.
Was geschah mit mir?
08.Mai 2024
Was ist in diesen ganzen Jahren mit mir passiert, was waren die Gründe für meine Abhängigkeit von Alkohol, was hat der Alkohol mit mir gemacht und wie hat der Alkohol mein Leben bestimmt und bestimmt es vielleicht heute noch unbewusst? Es gibt viele Fragen in diesem Zusammenhang und keine lässt sich mit Sicherheit zu 100 Prozent beantworten, denn würde ich es können, würde ich heute vielleicht in manchen Situationen ganz anders reagieren, nein, ich würde mit Sicherheit anders reagieren.
Nun ist es aber einmal so, dass meine nasse Phase mich stark geprägt hat und das Nervengift mir Bewusst wie auch unbewusst mein Leben in eine Bahn gelenkt hat, wo ich sicher nie hinwollte. Sicher stellt sich die Frage, ob man das jetzt noch beurteilen kann und vor allem bewerten soll. Zumindest sollte man darüber nachdenken und aus dem einen oder anderen Schlüsse ziehen, um es vielleicht zu verstehen und es gegeben falls in einer ähnlichen Situation anders zu machen. Dafür muss ich aber ganz tief in meiner Geschichte wühlen, denn immerhin sind jetzt fast 55 Jahre vergangen und das ist eine lange Zeit, davon war ich Jahrzehnte lang vom Alkohol abhängig, habe bewusst wie auch unbewusst getrunken, habe mir die Welt schön getrunken und oftmals am nächsten Tag keine Erinnerungen über mein Handeln oder über diverse Gespräche gehabt.
Dennoch sehe ich meine heutige Einstellung und mein Handeln in meiner Kindheit und Jugend. Ich möchte niemanden einen Vorwurf machen oder die Verantwortung übertragen, denn letztendlich ist es so, dass alle Beteiligten mit Sicherheit nach ihrem besten Wissen und Gewissen gehandelt haben, um aus mir das Beste zu machen und letztendlich ist immer jeder für sich selbst verantwortlich.
Was ich habe, ist eine sehr sensible Antenne für Worte und Gesten und dich steht mir ab und an im Weg rum, andererseits habe ich genau mit dieser Antenne gelernt früher auf Situationen zu reagieren und gewisse Dinge nicht mehr so nahe an mich ranzulassen. Das ist zwar einerseits gut andererseits gehe ich damit auch gewissen Konflikten aus dem Weg und stelle mich nicht der Problematik, sondern schlage den Rückzug ein. Das ist aber auch ein Leiden aus meiner Vergangenheit, denn ich hatte immer ein großes soziales Herz, habe mich sehr oft für andere eingesetzt und ich selbst bin auf der Strecke geblieben.
Ich habe mit einem Tagebuch meiner Vergangenheit angefangen und schreibe nunmehr seit einigen Jahren daran rum, ich schreibe, ich lese, ich korrigiere und ich lösche, aber egal wie oft und wie lange ich daran schreibe und letztendlich daran arbeite, ändern tut sich erstmal nichts, es offenbart mir vielmehr Dinge, die ich als unvergesslich einstufe und mich gerne oder auch weniger gerne daran erinnere aber es ist die Vergangenheit und somit ein Teil von mir und ein Teil von meinem familiären und freundschaftlichen Umfeld, wobei ich das letztere mit nahezu null angeben muss.
Achterbahn Alkohol – mit Rückenwind bergab.
Über 2.600 Tage trocken
08.Mai 2024
Es bedeutet für mich, dass ich über 2.600-mal zum ersten Glas "NEIN" gesagt habe und es bedeutet, das ich über 2.600-mal glücklich, zufrieden und vor allem nüchtern in den Tag habe starten können. Ich konnte seit dem an jedem Tag und zu jeder Uhrzeit in mein Auto sitzen und losfahren, ohne das ich ein schlechtes Gefühl hatte, mich und andere zu gefährden.
Ich bin über 2.600 Tage einfach glücklich, es geschafft zu haben.
Auch Du kannst das schaffen.
Achterbahn Alkohol – mit Rückenwind bergab.
Rückfall ohne Rückfall
20.April 2024
Immer wieder komme ich in eine Situation, die mich vor eine innere Grenze stoßen lässt.
Ich komme in ein ähnliches Strickmuster hinein, wie es zu meinen tiefsten Trinkerzeiten der Fall war, vergraben in mich selbst, zurückgezogen, allein sein wollen oder ganz einfach gesagt, ich ziehe mich in meinen "Eisenofen" zurück. Denn hier bin ich sicher und hier kommt keiner rein, denn die einzige Klappe nach außen wird von mir fest verschlossen und zugehalten. Der Eisenofen ist nach außen mit viel Kälte gefüllt, welche meine Umwelt massiv zu spüren bekommt. Nicht einmal mit Absicht, sondern nur als Eigenschutz. Doch wann passiert das und warum passiert das immer mal wieder? Ein Zeitmuster lässt es nicht erkennen, es ist situativ und kommt von jetzt auf sofort. Hervorgerufen aus meiner Vergangenheit, aus irgendeiner Phase in meinem Leben, die unbewusst in mir hochkommt und mich zum sofortigen Handeln drängt, zum eigenen Schutz und vielleicht auch zum Schutz für andere, die gerade in dem Moment in meiner Umgebung sind. Fluchtverhalten, ausreißen und am besten nie mehr zurückkommen wollen. Eine Phase zu erleben, zwischen sofortiger Trennung und einfach weiter machen.
Für mein Gegenüber in diesem Moment unverständlich, für mich in dem Moment einfach nur befreiend. Es ist mit Sicherheit nur ein Schutz und vor allem ein Schutz nicht zum ersten Glas greifen zu müssen.
Meine Umwelt muss leider mit diesen Situationen umgehen, denn es gehört zu mir und spiegelt ein teil meiner Vergangenheit, weit zurück reichend in meine Jugend und Kindheit, da wo damals das Drama seinen Lauf nahm.
Achterbahn Alkohol – mit Rückenwind bergab.
Alkoholische Gespräche
22.Dezember 2023
Ich bin jetzt 6,8 Jahre trocken und ich darf mir immer wieder selbst sagen, dass ich ein Problem mit dem Alkohol habe. Wenn andere mit dem Trinken umgehen können ist das ja vollkommen in Ordnung. Ich bin auch offen dafür, dass man die Feste feiern sollten so wie sie fallen aber hier und da gibt es dann doch einen Punkt, der meines Erachtens nicht überschritten werden darf oder sollte.
Ein angesetztes Gespräch über die berufliche Zukunft meiner Wenigkeit beginnt mit einem mega großen Frühstück inklusive allen möglichen Getränkearten an einem Morgen um 10.30 Uhr. Die Laune aller Beteiligten ist gut, es wird gegessen und getrunken. Aus Kaffee wird Wasser und aus Wasser wird Glühwein. Aus dem Frühstück mit sechs Personen wird ein Businesstalk mit noch drei Personen, welches die nächsten zweieinhalb Stunden anhält. Aus anfangs einem Glas Glühwein werden im Laufe der Zeit 4, 5, ?. Ich hörte auf zu zählen und wusste schon nach dem Dritten, dass ich hier nicht meine Zukunft sehe.
Wie gesagt, ich habe nichts gegen Leute, die Alkohol trinken und trinken können aber ich sehr früher oder die Gefahr darin mich immer wieder rechtfertigen zu müssen und womöglich Dinge nicht mehr zu wissen, die gesagt wurden.
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Prägende Erlebnisse
29.Juli 2023
Viel hat bei mir schon in der Kindheit angefangen, Alkohol war in meinem Zuhause immer präsent. Vor allem mein Vater hatte immer wieder die Bierflasche in der Hand und am Hals. Ob Daheim oder auch in unserem Wochenenddomizil, einer alten umgebauten Mühle im Schwarzwald. Sein Rückzugsort zum Trinken und oftmals unser Urlaubsort für viele Tage im Sommer und manche im Winter.
Hier wurden aber auch Partys gefeiert ob Sylvester oder Grillorgien und immer floss das goldene Gebräu mit der Schaumkrone.
Nachdem sich meine Eltern getrennt hatten, fuhr ich hier und da mit meinem Vater in seine heißgeliebte Hütte. Oftmals habe ich mir bei seinem Konsum nichts gedacht, ich kannte es ja nicht anders und stufte es als normal ein, was aber eigentlich überhaupt nicht war, denn sein Grundgetränk war einfach nur Bier, selten Wein aber dafür öfters Schnaps in allen möglichen Geschmacksrichtungen und natürlich morgens den Kaffee zum wieder fit werden.
Ein prägendes Erlebnis hatte ich dann an einem Wochenende.
Er ging an einem Abend zu Fuß in das nahe gelegene Gasthaus, nicht in die Sauna, sondern an die Theke. Er begab sich in Gesellschaft, keine Ahnung, ob er noch eine Frau suchte oder ob er sich einfach nur noch den Rest in seine Kanne füllen wollte. Ich für mein Teil ging ins Bett und schlief recht schnell ein. Ich hatte keine Ahnung, wann er zurückkam.
Am nächsten Morgen wachte ich vor meinem Vater auf und begab mich in die Stube des Wochenendhauses.
Ich betrat den Raum und fand den halben Raum zerstört vor, Stühle lagen am Boden, die Bodenteppiche waren nicht mehr dort, wo sie am Tag zuvor noch ordentlich lagen, Geschirr lag verstreut und kaputt auf dem Tisch und ein sehr großes Küchenmesser steckte tief, durch ein Wandbild hindurch, in der dahinter befindlichen Holzwand.
Ein entsetzliches Bild entstand an diesem Morgen in meinem Kopf und dieses hat mich bis heute fest im Griff, das Bild mit dem Messer darin hätte auch ich sein können.
Es drehte sich alles vor mir und alle möglichen Szenarien spielten sich in meinen Gedanken ab, doch entscheidend an diesem Tag, und wahrscheinlich auch für den Rest meines Lebens, war der Anblick von meinem Vater als er plötzlich im Türrahmen stand.
Ein Gesicht mit einem halben duzend Blessuren an der Stirn, an den Backen, am Hals und sonst noch an Stellen, welche ich nicht einsehen konnte.
Das Wort "Schockiert" beziffere ich heute als harmlos. Auf die Frage nach dem Grund für seinen Gesundheitszustand kam die Antwort, dass er gefallen sei.
Mehr konnte und wollte ich mir nicht anhören und vor allem antun. Ich traf die Entscheidung das Wochenendhaus zu verlassen, und zwar ganz schnell und nach Hause zu laufen. Und das machte ich auch.
Ab da stand die Welt zwischen meinem Vater und mir still, sehr lange still. Er wusste, dass er einen Fehler gemacht hatte und nach langem hin und her konnten wir unsere „Beziehung“ wieder etwas zurechtrücken, aber sie wurde nie mehr so wie sie einmal war, dazu war der Schock zu groß und die Szene zu tief eingebrannt.
Nicht bewusst aber irgendwie war die Weiche gestellt und ich kam in die
Achterbahn Alkohol – mit Rückenwind bergab.
Wenn sich andere Sorgen machen
01.Februar 2023
Ab einem bestimmten Punkt macht man sich unter Alkoholeinfluss keine Sorgen mehr.
Immer wenn wir einmal im Jahr ein großes Fest bei der Feuerwehr hatten, sind einige Kameraden inklusive mir zu einem benachbarten Obsthof gefahren um für das folgende Fest auch ein paar Flaschen Hauseigenen Schnaps zu kaufen. Schließlich wollten wir unseren Gästen auch den Verdauungstrunk aus der Region anbieten. Und so erlaubte es die alljährliche Tradition, diesen abzuholen und bei der Gelegenheit auch zu probieren. Natürlich war ich jedes Jahr dabei und natürlich sagte ich auch nie Nein zu einem Gläschen, auch zu zwei Gläschen sagte ich nicht nein und zum dritten und vierten und fünften natürlich auch nicht, denn das Bier schmeckt mit einem Kurzen doch im Welten besser.
Uns so zog der Abend im September immer weiter voran. Hier und ging mal einer von uns raus um sich zu erleichtern von den ganzen Getränken. Ich natürlich auch.
Ich habe mir es angewöhnt bei einem gewissen Pegel mich englisch zu verabschieden. Also einfach gehen, nichts sagen und den Heimweg antreten.
Das machte ich auch in dieser Septembernacht. Es war angenehm warm, es war extrem Dunkel und es waren ja auch nur rund vier Kilometer. Vier Kilometer, die ich sehr gut kannte aber nur nüchtern und nur wenn es hell war, denn es war eine ausgewählte Gassi-Strecke mit meinem damaligen Hund Jasper. Eine Strecke, die nicht nur überwiegend bergab geht, sondern sich vorwiegend durch die Reben schlegelt, mit Schotter bestückt. Unterbrochen wurde der Weg nur durch ein Stückchen Wald, dunkler Wald, sehr dunkler Wald abseits von Straßen mit bekannten Geräuschen.
Ich hatte schon ein gutes Stück des Weges absolviert als mich die Müdigkeit einholte. Ich legte mich für einen Moment ins Gras zwischen zwei Rebstöcken und schaute den drehenden Sternenhimmel an. In diesem Moment hatte ich zwei Lichtblicke in meinem zugedröhnten Kopf. Der eine waren meine Kameraden, die sicher schon nach mir Ausschau hielten und der andere das Stückchen Wald, welches in einigen Minuten weiterem Fußmarsch vor mir auftauchen würde.
Bei den Kameraden war ich mir sicher, dass die Sorge nicht also groß war, da die meisten meine Art der Verabschiedung bereits kannten.
Nach ein paar weiteren Minuten stand ich aus dem mittlerweile feuchten Gras auf stapfte weiter Richtung heimischen Bett.
Das Stückchen Wald absolvierte ich mit Sicherheit in Bestzeit, so gut es eben möglich war, rennend, lichtlos, mit hunderten Geräuschen und Laute in meinen Ohren, Gott was hatte ich in dieser Nacht Angst von einer Wildsau angegriffen zu werden, alle Möglichen Szenarien spielten sich in meinen Gedanken ab, es war der Horror.
Nach einigen duzend Minuten erreichte ich wieder einen erhellten Weg und hört den VW Bus, also nichts wie verstecken und da lag ich wieder in meinem Vollrausch im hohen Gras und wartete ab, bis die große "Gefahr" vorbei war.
Nach einer unendlich vergangen Zeit kam ich in meinem zuhause an, halbwegs nüchtern betrachte ich mich und meine Kleidung und habe mir erstmal ein Bier aufgemacht.
Bei den Kameraden wurde in meinem Beisein nie über diese Nacht gesprochen und für mich war das gut so, für mein weiters Trinkverhalten allerdings weniger. Aber so spielt das Dorf Leben.
Ich war in dieser Nacht auf dem Weg Richtung Verderben und Scham, ich war in der
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Wenn die Menge mitwächst
26.Januar 2023
Sehr viel war am Anfang nicht so schlimm, zumindest ist es das heutige Empfinden, vielleicht ist es aber nur das Alter, wahrscheinlich aber wird es die Menge an Alkohol gewesen sein, die mir vorgegaukelt hat das es nicht so schlimm ist.
Im Laufe der Zeit wurde die tägliche Menge an alkoholischen Getränken immer mehr, war es mit 20 Jahren ab und zu mal ein Bier, waren es mit 22 Jahren schon jeden Abend ein Bier. Mit 24 Jahren und bei der Bundeswehr waren es täglich schon mal drei, vier oder auch mal fünf oder sechs Halbe am Abend, zumindest das, was ich in der Staffelbar zu mir genommen habe. Immerhin waren viele Kammeraden da, es gab Kartenspiele, der Fernseher lief und dazu auch das Bier. Die Bar machte auch schon um 19 Uhr auf und da mein Dienst entweder von 7 Uhr bis 12 Uhr ging oder von 12 Uhr bis 17 Uhr, war die Vorbereitung auf den Abend schnell abgeschlossen, Nach der Mittagsschicht ging es direkt zum Essen, kurz geduscht und ab in die Abendsause. Noch besser war es nach der Morgenschicht, denn da konnte ich mich nochmal ein paar Minuten aufs Ohr hauen, meist war es dann ein oder zwei Stunden. Dann startete ich mit einem kühlen Blonden in die schichtfreie Zeit bis zum Abendessen. Meist lief der schwarz/weiß Röhrenfernseher mit Zimmerantenne und drei Programmen. Ich hatte meine 30 qm große Stube für mich alleine, die sanitären Anlagen wurden von professionellen Reinigungskräften geputzt und der von mir bewohnte Flügel der Unterkunft war überwiegend von mir alleine genutzt.
Also, außer die fünf Stunden Dienst hatte ich nichts zu tun. Nur das große Warten auf die Öffnung der Türe der Bar war das erklärte Ziel.
Nach der Bundeswehr und im festen Berufsleben zurück wurde die Zeit weniger, der Konsum auch, aber der Effekt blieb der Gleiche, denn in kurzer Zeit zwei statt vier Bier zu trinken hatte die gleiche Wirkung. Bei der Bundeswehr war es die Langeweile, im Beruf ging es um Stressabbau und Entspannung, aber noch in kleinen Mengen an Alkohol. Meine Zeitfenster waren nicht so groß um meinem Körper mehr Alkohol zu geben. Ich arbeitete in Mannheim und wohnte in Freiburg, meine damalige Freundin in der Nähe von Lörrach. Zuhause bei meiner Mutter trank ich nichts, da hatte mein Vater vor der Scheidung schon genug mit seinem Bier angerichtet und daher verzichtete ich in diesen Räumlichkeiten auf den Konsum. Wenn ich am Abend um 20.30 Uhr nach Hause kam, war der Weg entweder gleich ins Bett, denn der Wecker klingelte am nächsten Morgen frühzeitig, da mein Zug am nächsten Morgen nicht auf mich gewartet hätte oder aber ich ging nochmal mit dem Auto zu Freunden los und trank einen Absacker. Ich hatte also alles im Griff.
Wenn ich am nächsten Tag frei hatte oder das Wochenende anstand, fuhr ich nach meinem Halt in Freiburg mit meinem kleinen Fiat noch weitere 50 km zu meiner Freundin, die damals noch bei ihren Eltern wohnte. Dort gab es dann das ein oder andere Bier zur Zigarette und oftmals noch einen regionalen Schnaps dazu. Schließlich sagt man aus Höflichkeit heraus auch nicht nein zu so einem Angebot.
Nach etwas über einem Jahr, wechselte ich in die andere Himmelsrichtung und habe in der Schweiz einen lukrativen Job angenommen. Ich zog zu meiner Freundin und ihren Eltern in das Dreifamilienhaus mit vier Generationen. Auf einmal hatte ich wieder mehr Zeit und der Konsum stieg langsam, aber sicher wieder an. Aus dem einen Bier wurden am Abend wieder zwei und aus zwei wurde im Laufe der Zeit wieder drei oder vier.
Nach einem halben Jahr sind wir dann in eine eigene Wohnung gezogen und somit zog auch der Alkohol mit um. Ab diesem Zeitpunkt im August 1996 verging kein Tag mehr ohne Alkohol. Ich suchte und fand immer Gelegenheit dazu.
Entsprechend oft wachte ich morgens auf, nicht mit einem Kater, Kopfweh oder den typischen Krankheitsmerkmalen, sondern mit einem pelzigen Geschmack auf der Zunge und für mich sehr verwunderlich, mit viel Motivation für den Tag. Schon morgens um vier Uhr war ich am PC und habe Sachen gemacht, die mit unter mehr als unnötig waren, aber ich strotzte vor Energie.
Das hielt viele Jahre an, doch leider stieg in dieser Zeit auch mein Konsum und irgendwann wandelte sich das Blatt. Genau dann als nach meinem Verlust der Arbeit die Welt über mir zusammenbrach. Jetzt hatte ich wieder viel Zeit, vor allem zum Trinken und ich genoss es. Alle waren aus dem Haus und ich hatte freie Bahn, um mir den Frust von der Seele zu saufen und aus den vielen guten und motivierten Morgen wurden Tage, an denen es mir nach dem Aufwachen nur noch schlecht ging. Ich torkelte mehr als das ich gelaufen bin, ins Bad und zur Toilette, mir war es schlecht und nicht mal der Schluck Wasser zum Ausspülen meines pelzigen Mundes blieb bei mir.
Selbst nach der Trennung von meiner damaligen Frau und einer neuen Beziehung mit einer 13 Jahre jüngeren Frau kam ich zu keiner erweiterten Erkenntnis mit dem Trinken aufzuhören. Ich war gefangen im Strudel der Promille, ich wurde zum klassischen Spiegeltrinker und habe erst im Januar 2014 den ersten Tag bewusst ohne Alkohol verbracht. Zwar hatte ich zuvor schon bei zwei Klinikaufenthalten einige Wochen auf Alkohol verzichten „müssen“, doch damals hatte ich noch nichts daraus gelernt das durch eine Abstinenz es mir wesentlich besser ging.
Rund fünf Monate trank ich keinen Tropfen. Meine Motivation stieg in diesem Zeitraum rasant an und ich konnte viele Dinge erledigen, die ich lange vor mir hergeschoben hatte, es ging mir so richtig gut. Ich hatte alles im Griff, vor allem augenscheinlich meinen Konsum und wurde an einem Tag leichtsinnig. Und aus einem Radler wurden zwei und an diesem Tag folgten noch weitere. Ich hatte mir aber schon bewiesen, dass ich die Kontrolle über den Alkohol hatte.
Ich hatte nichts im Griff, nicht mal meinen Geist, geschweige denn meinen Körper, ich verlor erneut die Kontrolle über mein Konsum und schlitterte noch tiefer in die Abhängigkeit.
Und jeden Morgen wachte ich mit schlimmeren Folgen auf und nach durch getrunkenen Abende mit Rotwein musste mein Waschbecken am nächsten Morgen die gleiche Farbe ertragen. Nachfolgende Getränke lehnte mein Körper ab und ich habe mich von einem Exzess zum nächsten getrunken.
Es war eine Horrorzeit und ich saß in einem Wagon und fuhr geradewegs in mein Verderben.
Achterbahn Alkohol – mit Rückenwind bergab.
Wenn der Übermut kommt
21.Januar 2023
Ich habe gefeiert, ich habe viel getrunken, bei vielen Gelegenheiten, nein, bei allen Gelegenheiten.
Ab dem Zeitpunkt, der mich in die totale Abhängigkeit entlassen hat, war ich mit Alkohol immer der unbesiegbare, ich hatte Mut, mir konnte mit einem gewissen Pegel im Blut niemand mehr etwas vormachen, geschweige denn von etwas abhalten. Anmachen, mitunter Streit suchen, locker Auto fahren, egal wohin und egal mit wieviel Promille, wer konnte mir etwas anhaben.
Gelacht habe ich immer über diejenigen, die sie erwischt haben, mit Alkohol am Steuer, 1,3 Promille, wie dumm muss man sein, sich damit erwischen zu lassen?
Oder oftmals körperliche Auseinandersetzungen unter Alkoholeinfluss. Warum trinken die Leute, wenn sie genau wissen, dass sie aggressiv werden?
Gewalt in der Ehe, warum trinkt der Partner denn, wenn er genau weiß, dass er im Suff seine Frau durch die Wohnung prügelt?
Es ist alles Theorie, denn wissen heißt nicht automatisch machen und wenn man sich über andere den Kopf macht, dann sollte man auch in der Lage sein, vor seiner eignen Haustür zu kehren und genau auf das zu verzichten, worüber man bei anderen Lacht.
Wie oft hatte ich etwas getrunken, hatte nichts mehr zu trinken und bin aus meinem Nest ohne Einkaufsmöglichkeiten in das nächste Dorf mit garantiertem Alkohollager mit Kaufmöglichkeit gefahren, oft, sehr oft und mitunter mit mehr als 1,3 Promille. Vielleicht ist es auf dem Land nicht so problematisch wie in der Stadt, denn auf dem Dorf kennt man die Leute, die Leute kennen auch die Polizei und die Polizei kennt die Fahrzeuge der Dorfbewohner. Die größte Herausforderung war dann immer, nahezu unauffällig durch den Einkaufsladen und als Abschluss mit dem Einkaufswagen mit dem Kasten Bier durch die Kasse zu rollen, ohne irgendwo anzudocken. Hat bei mir immer funktioniert. Zur Sicherheit habe ich die Einkaufsläden oft und täglich gewechselt, schließlich wollte ich vermeiden das ich auffalle und darüber geredet wird, dass ich nahezu täglich mit einer Kiste Bier die Verkaufsräume verlasse.
Klar waren neben dem Einkauf der Bierkiste auch immer noch andere Produkte mit im Einkaufswagen, bevorzugt auf der Kiste, die musste ich augenscheinlich ja verstecken. Großpackungen von Teigwaren, Tiefkühlpizzen oder Waschmittel, Hauptsache die Kiste darunter ging unter. Doch irgendwann hat man von all diesen Produkten viel zu viel zuhause, denn verbraucht habe ich diese in den Mengen auch nicht, abgesehen davon, dass meine tägliche Nahrungsaufnahme die flüssige Form hatte.
Je mehr ich trank und je öfters ich in meinem optimalen Zustand war, je mehr wurde ich genau in diesen Phasen mutiger und unerschrockener. Teilweise erschrak ich im Nachhinein selbst über mich.
Ich wurde in Gesprächen lauter, vor allem dann, wenn sich die Diskussion nicht in meine Richtung entwickelt hatte. Ich kann mich aber auch an eine Szene erinnern, die zum Glück glimpflich für mich, und für andere auch, ausgegangen ist.
Mal wieder war ich an einem Donnerstagabend in unserer Dorfbar, es war früher Herbst, es war noch nicht ganz so kalt und die Türe stand offen, getrunken hatte ich schon vor meinem Besuch in der Bar, so wie jeden Donnerstag, wenn die kleine Privatbar offen hatte. Ein paar Leute waren schon da und im Laufe des Abends füllte sich der Raum mit der kleinen, aber feinen Theke Zusehens. Musik lief im Hintergrund, hier und da kam ein „Kurzer“ auf den Tresen und die Stimmung war frisch, fröhlich und sehr locker. Irgendwann kam eines der vielen Gespräche auf das Thema eines Autos, welches am Mittag und am frühen Abend irgendwo im Dorf stand, mit ein paar Typen, die augenscheinlich nichts Gutes im Schilde führte, da war sich die Dorfgemeinschaft sehr sicher, schließlich kannten wir ja jeden und von jedem den Schritt und den Tritt. Diese Menschen mit dem fremden Auto mit dem fremden Kennzeichen gehörten nicht dazu.
Zu vorgerückter Stunde, es muss so gegen 23 Uhr gewesen sein, standen die Drei vor der Bar und wollten wohl hereinkommen, was aber abgelehnt wurde, da es sich ja um eine geschlossene Gesellschaft handelte. Ich habe nur mitbekommen, dass ein Wort zum anderen kam und sich ein Wortgefecht zwischen zwei Gruppen entwickelt hatte, es fielen böse Worte und der Aggressiospegel stieg. Drei, vier Leute aus unserer Gesellschaft drängten sie auf die Straße zurück und gaben zu verstehen, dass sie sich in der Türe geirrt hatten und das Weite suchen sollten. Die Wörter wurden lauter und die Stimmung nahm den Anlauf zu kippen. Da stand er, neben der Türe, und lächelte mich an. Ich nahm den Baseballschläger in die Hand und gesellte mich drohend neben meinen Freunden in die Reihe. Wäre ich nicht freundlich und bestimmt von einem meiner Kammeraden zurückgehalten worden, hätte ich vermutlich im Übermut ausgeholt und mit einem Stück Holz in der Hand meine Argumente den drei Jungs gezeigt. Übermut, den ich dem Alkohol zugeschrieben habe, denn nüchtern wäre ich die erste Person gewesen, die beschwichtigend zwischen den Parteien vermittelt hätte.
Meine innere Stimmung ist von dem einen auf den anderen Moment umgeschlagen, vom friedliebenden Menschen zum gewaltbereiten Typ auf der untersten Schiene. Ich bin heute nicht nur entsetzt über mich selbst, sondern erschrocken darüber, wie der Stoff Alkohol in kürzester Zeit dazu beiträgt Leid zu erzeugen.
Ich war übermütig und befand mich in dieser Situation in der
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Wenn die Familie abrückt
10.Januar 2023
Es ist ein schleichender Prozess, doch es ist ein Prozess, der gesehen werden kann, vorausgesetzt der Nebel verzieht sich in einem lichten Moment ohne Alkohol.
Wenn die Familie von einem Abrückt, dann ist man oftmals schon allein. Allein mit sich und seinem Konsum, dann ist es egal was um einen herum passiert. Wichtig ist dann nur noch der Drang nach dem nächsten alkoholischen Getränk.
Ich brauchte mein goldenes Getränk jeden Tag, und jeden Tag rückte meine damalige Ehefrau Zentimeter für Zentimeter von mir ab, nicht um mir zu schaden, sondern um sich zu schützen. Mit meiner Alkoholsucht habe ich ihre Gesundheit und auch ihr Leben letztendlich aufs Spiel gesetzt.
Anfangs war ich in meiner Arbeit so tief versunken, dass für uns nicht der Raum war, um über jeden einzelnen von uns nachzudenken und darüber zu sprechen. Jeder Schluck wurde situativ erklärt und geduldet, die Arbeit, die Renovation der Wohnung, ausgehen allein oder zu zweit, die Feuerwehrübung, nach dem Einsatz, der alleinige Abend mit Freunden in der Dorfbar und natürlich auch das Feierabendbier im Betrieb. Aus diesem wurde dann auch mal zwei und drei oder eine Flasche Wein, wenn das Bier mal nicht vorhanden war oder schon geleert wurde.
Zuhause angekommen habe ich mich dann zusammen gerissen um meiner Familie heile Welt vorzuspielen. Betrunken war ich vor meiner Familie nie. Meines Erachtens hat das immer funktioniert. Meine Arbeit als Abteilungsleiter war schließlich sehr anstrengend und mit dem Geld lebten wir gut. Urlaube, ob mit dem Haus auf Rädern oder mit dem Flieger waren jedes Jahr drin und warum sollte man das, wegen ein paar Bier am Abend, in Abrede stellen?
Natürlich hat meine Frau damals mein Problem schon erkannt, denn am Urlaubsziel angekommen war der erste Gang entweder in eine Bar oder zum Kühlschrank, denn im Wohnwagen fuhr das gelbe Gold gekühlt mit.
So eine Fahrt ist sehr anstrengend und nach einer Nacht am Steuer hat man sich das Feierabendbier morgens um 10 Uhr wirklich verdient. Natürlich blieb es bei dem einen nicht, nicht an dem Tag, nicht in der Woche und nicht im ganzen Urlaub. Gelegenheit dazu war immer gegeben, der Nachbar ruft, der Strand ruft, das Mittagessen ruft, der Grill ruft, der Liegestuhl hat auch immer wieder gerufen und ich bin ja im Urlaub, brauche Ruhe und Erholung, von der Arbeit, von den anderen Tätigkeiten, die so anfallen, vor dem Zuhause und von den daheim gebliebenen Leuten. Meine innerliche Devise war das Wegtrinken, ohne das die Familie etwas mitbekommen sollte, naiv und nicht wirklich in meinem Schauspiel überzeugend. Gesprochen haben wir nie darüber. Das wird auch der größte Fehler gewesen sein, denn wir in unserer Ehe gemacht haben, wir haben nie über Probleme gesprochen, wir hatten ja keine, zumindest ich hatte keine. Auch das ist die Erkenntnis eines Alkoholikers, wenn er trocken ist. Zurück gezogen in seinem eignen Kokon haben nur die anderen ihre Probleme. Ich selbst war mit mir zufrieden, Arbeit, Geld, Hobby, Urlaub und nicht zu vergessen, meine Familie.
Doch wo Sonne ist, da ist auch Schatten, viel Schatten, ab und zu sollte man sich im Leben einmal herumdrehen, denn dann kann man erkennen welches Chaos man beim Vorwärtsgehen hinter sich verursacht hat.
Wenn ich getrunken habe, gab es diese Richtung zurück aber gar nicht, denn vor mir stand das Bier und da bin ich auch hingelaufen, ein Zurück war keine Option.
Ich war blind für meine Umwelt, auch als meine damalige Frau sich selbst verletzte und für vier Wochen in eine Klinik musste. Ich hatte ja das Problem nicht und sie war alt genug, um damit klarzukommen, Härte, Härte stand mir gut und ich zeigte Härte, nicht nur meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber, auch meiner Frau und Familie gegenüber, ich war der scheinbare Fels in der Brandung aber eben nur mit Alkohol und meinem Suchtverhalten. Hatte ich was zu trinken war ich stark, unerschrocken und lebenswert, nichts konnte mich erschüttern.
Selbst nach meinem Jobverlust, und Jahre später, gab es für mich nur eine Richtung, meine Sucht. Ich hatte nichts falsch gemacht, alle anderen waren gegen mich, die Welt war böse und ungerecht, nur mein Bier und Schnaps und mein Wein waren noch meine Freunde, sie hörten mir zu, widersprachen mir nicht und taten mir gut, mit jedem Schluck war ein Stück mehr mein Lebensinhalt, mein einziger Lebensinhalt.
Ich verzog mich in den Keller, in die Scheune, in den Garten, allein, allein mit dem goldenen Stoff und dem Klaren, meiner Zufriedenheit und meinte allen Ernstes, dass es keiner gemerkt hat.
Es hat jeder gesehen und jeder hat es gewusst, zumindest geahnt, zu jeder Zeit am Tage, egal wo ich war und wieviel ich getrunken habe, es begann für mich der soziale Abstieg, den ich fast mit meinem Leben bezahlt hätte.
Meine Tochter war zu jung um mich auf mein Problem aufmerksam zu machen, denn sie wuchs als Co-Abhängige auf und für sie war es normal, dass ich am Abend mal ein, zwei oder auch mal mehr Bier getrunken habe. Schließlich machte ihr Opa das auch und beim Mittagessen, sonntags, stand auch die Flasche Wein auf dem Tisch. Für mich nicht als Genuss-, sondern als Suchtmittel. Und nach zwei, drei Bier zum Frühschoppen war das eine und andere Glas Wein schon verstärkend, haben wir bei meinen Schwiegereltern gegessen, war der ein oder andere Kurze auch mit von der Partie.
Meine Frau trennte sich von mir, ich wurde von der Familie und meinem Zuhause getrennt, musste in eine Klinik, zog aus und konnte mich mit Ach und Krach gerade so über Wasser halten, persönlich und finanziell. Was ich nicht gelernt habe, war die Tatsache, dass all das an dem Stoff Namens Alkohol lag und ich trank weiter, denn die Welt war im Rausch nicht nur erträglich, sondern viel schöner als in der Realität.
Gesehen habe ich nur mich, meine Welt war heil und in bester Ordnung.
Verloren habe ich meine Familie und mein glückliches Leben, es war die
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