Alkohol, die Geschichte

Ursprünglich wurde der Alkohol von den Menschen vermutlich schon mit der Sesshaftigkeit der Menschheit seit der Mittelsteinzeit 10.000 vor Christus wahrscheinlich zufällig entdeckt, als im Gärungsprozess überreifer Früchte Alkohol entstand. Seit diesem Zeitpunkt wird Alkohol auf der ganzen Welt als Genussmittel konsumiert.
Es finden sich eindeutige Spuren, dass Bier gebraut und Wein gekeltert wurde, dass war im 3.Jahrtausend vor Christus.

Alkoholische Getränke haben aber auch schon immer kulturelle und/oder religiöse Bedeutungen und werden schon im alten Testament erwähnt.
 
Die verschiedenen Kulturen haben unterschiedliche Gepflogenheiten was die Herstellung betrifft. Nomaden haben ihren Alkohol aus der Milch trächtiger Stuten gewonnen, aus vergorenen Trauben haben die Römer ihren Wein gekeltert. Alkoholhaltigen Honigmet stellten die Germanen aus vergorenem Honig her, in Germanien war dieser in Hülle und Fülle vorhanden.

Schon in der Antike sind Zeugnisse überliefert, dass Alkohol im gesellschaftlichen Leben eine zentrale Rolle eingenommen hat, hier ist auch schon die Sprache von übermäßigem Alkoholkonsum. Damals schon sprach man bei der Trunkenheit von einem freiwilligen Wahnsinn.
Es wurde der betrunkene Zustand als Krankheit charakterisiert.

Im Mittelalter war übermäßiges trinken von Alkohol vor allem im Adel und der wohlhabende Priesterschaft verbreitet. Gelegenheiten für ausschweifenden Alkoholkonsum boten vor allem große und repräsentative Feste. Dabei sah man ein Fest als gelungen an, wenn alle Gäste am Ende berauscht waren. Für die ländlichen Unterschichten, die im Mittelalter den überwiegenden Anteil der Bevölkerung ausmachten, reichte das Geld für Nahrungs- und Genussmittel aber nicht für größere Mengen Alkohol im Alltag aus. Mitglieder der unteren Schichten nutzten Alkohol zwar schon im Mittelalter als Nahrungsergänzung aber Alkoholexzesse blieben auf Festtage und Feiertage beschränkt. Die Getränke hatten nur einen relativ geringen Alkoholgehalt.

In der frühen Neuzeit blieb maßloses Trinken vor allem ein Sonderrecht des Adels, bei dem es im gesellschaftlichen Umgang zum guten Ton gehörte, Alkohol zu konsumieren. Die Memoiren und Chroniken des 16. und 17.Jahrhunderts liefern verschiedene Erzählungen ausschweifender adliger Trinkgelage. Damals schon gleichen die Klagen über Trunkenheit und Trinkgelage im Adel dem dramatischen Alkoholmissbrauch der unteren Schichten im 19.Jahrhundert. Die Frage, ob es in dieser Epoche schon zu einem spürbaren Anstieg des Alkoholkonsums in repräsentativen Zahlen gekommen ist, bleibt aufgrund mangelnder statistischer Daten offen und wird unterschiedlich beantwortet. Fest steht, dass Trunkenheit nicht ausschließlich ein Merkmal adligen Lebens war. 
Zur täglichen Aufnahme von Nahrung der unteren Schichten, gehörte Alkohol als Nahrungsergänzung inzwischen dazu, wenn auch nur in kleinen Mengen.

Wenn man den Alkoholkonsum der Unterschichten in der Vormoderne zusammen fasst, so lässt sich sagen, dass für die Unterschichten nur der gelegentliche Alkohol-Exzess möglich war. An normalen Tagen im Jahr war das Hauptgetränk der Unterschichten Wasser. An Feiertagen war der Alkohol jedoch fester Bestandteil der Kultur und das in nicht unerheblichen Mengen.


Vermutlich war es schon bis zum 16.Jahrhundert zu einem Anstieg des Alkoholkonsums gekommen. Es wurde dabei vor allem Wein, Met (aus Honig), Most (Obstwein) und Bier getrunken. Der Branntwein, der die Frühphase der Moderne dominieren sollte, hatte noch keine wirkliche Verwendung gefunden. Die Branntweinherstellung im 11.Jahrhundert entwickelt worden, aus der Destillation von reinem Alkohol aus Wein. 
Vor allem der Branntwein diente überwiegend im 13. und 14.Jahrhundert als Arzneimittel. Er wurde in Klöstern hergestellt, zu hohen Preisen in den Klosterapotheken verkauft und galt als magisches Mittel bei der Heilung von Krankheiten.
Im 15. Jahrhundert entdeckte man die Energie von Branntwein. Als Schnaps getrunken setzte man ihn nun zur gezielten und schnellen Berauschung und zur Entspannung ein. Die Befreiung des Branntweins von seiner rein medizinischen Rolle stellt einen echte Revolution in der Geschichte des Alkohols dar. Von nun an entstanden gewerbsmäßige Brennereien, die Branntwein herstellten. Kommerzielle Verkäufer vertrieben nun hochprozentigen Alkohol. Zunächst blieb der Gebrauch aber fast ausschließlich auf die höheren Schichten beschränkt.
Ab dem 17.Jahrundert begann die Beschränkung des Trinkens von Branntwein auf die Oberschicht zu bröckeln.  Der Konsum von Alkohol wurde langsam in das Trinkverhalten der städtischen und später auch der ländlichen Unterschichten integriert. In den unteren Schichten kam der Konsum von Branntwein zuerst bei den städtischen Handwerkern an. Bald entdeckten auch Menschen, die im Freien arbeiteten, den Branntwein zur Stärkung und als Schutz gegen die Kälte. 

Die erste Kartoffelbrennerei in Deutschland wurde um 1750 in Rheinhessen in Betrieb genommen. Den Durchbruch als Grundlage für die Schnapsbrennerei erlebte die Kartoffel durch Fortschritte in der Destillations- und Brenntechnik, wie zum Beispiel die Erfindung eines dampfbetriebenen Destillationsgerätes durch Johann Pistorius (1777–1858). Mit dem sogenannten „Pistoriusschen Brennapparat“ war es möglich, 60- bis 80-prozentigen Alkohol aus Kartoffelmaische herzustellen. 

 Zu einer Steigerung des Alkoholkonsums in Deutschland führte der industrielle Aufschwung während der Gründerzeit (1850 und 1870). In diesen Jahren war es in der Geschichte von Alkohol noch nie zu solch einem enormen Anstieg des Alkoholverbrauchs gekommen. Der Pro-Kopf Konsums war um 1900 auf ca. 12 Liter gestiegen und erreichte damit einen Höhepunkt, der vor Ende des 2. Weltkriegs nicht wieder überschritten werden sollte. 
Zu Beginn des Deutschen Kaiserreichs ging der Alkoholverbrauch zwar kurzzeitig zurück aber er erholte sich nach 1878 zusammen mit der Besserung der deutschen Volkswirtschaft. Auch Bismarcks Reichsbranntweinsteuerreform von 1887 senkte den Gesamtverbrauch alkoholischer Getränke nicht, obwohl diese den Preis der Spirituose verdoppelt und zu einem dramatischen Absinken des Konsums von Branntwein geführt hatte. 
Der Grund warum der Rückgang des Branntweinkonsums nach 1887 nicht auch zu einem Rückgang der Gesamt-Alkoholkonsum führte, war, dass die Verdoppelung des Bierverbrauchs zwischen 1860 und 1900 den Rückgang des Branntweinkonsums überkompensiert hatte. 
Erst die Jahrhundertwende markierte in Sachen Alkoholkonsum eine Trendwende, trotz des weiteren Anstiegs der Reallöhne, nahm die gesamte Menge an verbrauchtem Alkohol ab. Die Erhöhung von Steuern erklären diesen Trend teilweise, die Gründe liegen aber neben den finanziellen Ursachen vor allem in der verstärkten Aktivität der Anti-Alkoholbewegung. 
Obwohl der Alkoholkonsum im späten 19.Jahrhundert insgesamt noch höher lag, überliefern Berichte Anfang und Mitte des 19.Jahrhunderts die dramatischsten Klagen über den Alkoholismus. 

Der Erste Weltkrieg leitete in der Geschichte des Alkohols im 19. und 20.Jahrhunderts eine Sonderphase ein, die in der Weimarer Republik vor allem durch eine vergleichsweise niedrige Verbrauchshöhen von Alkohol gekennzeichnet war. 
Erst in der Zeit der sogenannten relativen Stabilität von etwa 1924 an, stieg der Alkoholverbrauch bis 1929 mit ca. 5 1/2 Liter reinem Alkohol pro Person und Jahr auf den höchsten Stand der Zwischenkriegszeit. Aber auch damit konnten die Konsumwerte nicht im Geringsten an den Stand um ca. 1900 heranreichen. Schon die Phase der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933 stoppte den Anstieg und lies den Alkoholkonsum auf 60 Prozent des Vorkrisenniveaus fallen. Der Pro-Kopf Alkoholverbrauch fiel während der großen Depression auf nur drei Liter reinen Alkohol pro Kopf und Jahr. 

Angriffe gegen den Alkohol fanden in der Zwischenkriegszeit verstärkt in der Politik Gehör. Jede Form des sinnlichen Genusses, unter anderem der Konsum von Genussmitteln wie Tabak und Alkohol, sofort unter den Verdacht der Verschwendung geriet. Aus moralisch und sittlichen Gründen sollte dieser Verschwendung zum Wohle der harten Arbeit und des Wiederaufbaus abgeschworen werden. So wurde, auch und vor allem in Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum, quer durch die Parteilandschaft verschwenderischen Konsumangewohnheiten der Kampf angesagt.

 

Das Wort „Alkohol“ kommt aus dem Arabischen „al-kuhl“ und die Bedeutung ist „das Feinste“.

Trinkbarer Alkohol ist Ethanol. 
Die chemische Formel dafür ist: C2H5OH