Co-Abhängigkeit


Bislang existiert noch keine einheitliche und von der Suchtforschung anerkannte Definition der Co-Abhängigkeit. Im Gegenteil wird diese Sichtweise in Fachkreisen sehr kontrovers diskutiert, denn die Situation der Angehörigen ist ebenso individuell zu betrachten wie die Biografie des Alkoholikers. Unumstritten ist jedoch, dass die Lebensqualität der Mit-Betroffenen stark beeinträchtigt wird und das Leben zum Teil völlig von der Alkoholsucht des anderen beherrscht wird. So ist es auch kein Wunder, dass die sogenannten „Co-Abhängigen“ Schlafstörungen entwickeln, an Burn-out und/oder Depressionen leiden oder von diffusen Ängsten gequält werden, die sie oft selbst nicht genau benennen können. Vielfach empfinden Co-Abhängige auch Scham und Schuldgefühle. Das Suchtverhalten wird verschleiert, heruntergespielt und der Alkoholiker entschuldigt. 

Suchtförderndes Verhalten 

Der Wunsch, einem suchtkranken Person zu helfen, ist normal und menschlich. 
Angehörige fühlen sich  oft schuldig. Wenn sie zum Beispiel das Gefühl haben, möglicherweise nicht alles für den Abhängigen zu tun. 

  • Die Alkohol verdrängen, verleugnen oder verharmlosen.
  • Den Alkohol besorgen oder den Zugang zu diesem fördern.
  • Übernahme von jeglicher Verantwortung für den Abhängigen.
  • Entschuldigung und Rechtfertigung. 
  • Verheimlichen der Sucht.

Wie kannst Du jemanden mit einem Alkoholproblem unterstützen?

Sei einfach da für ihn. Rede mit ihm über sein augenscheinliches Alkoholproblem. Aber Vorsicht, Alkoholsüchtige Menschen werden nicht gleich zugeben, dass sie ein Problem mit Alkohol haben. Hole Dir selbst Hilfe, denn oftmals wird eine dritte außenstehende Person ernster genommen. Aber gehe mit sehr viel Fingerspitzengefühl an das Gespräch heran, denn ein Alkoholproblem ist noch immer ein Tabuthema. 

Was kannst Du, als Co-Abhängiger für Dich selbst machen?

Dein Leben könnte sich um um das Suchtproblem des betroffenen drehen. Du darfst Dich als Co-Abhängiger dabei aber niemals selbst vergessen. Es gibt sicher noch andere Menschen in Deinem Leben.

  • Schaue auf Deine eigene Gesundheit
  • Führe Dein eigenes Leben.
  • Ziehe für Dich Grenzen, Du bist kein Therapeut aber ziehe Dich nicht in ein Mauseloch zurück. Sage öfters "NEIN".
  • Suche Dir Hilfe, Du bist mit diesem Problem nicht alleine.
  • Du kannst das Verhalten des Alkoholikers nicht ändern, aber Dein eigenes Verhalten kannst Du ändern.

Hilfe für Dich als Co-Abhängiger

Hilfe und Unterstützung bekommst Du bei vielen Organisationen, Therapeuten oder Selbsthilfegruppen. Hier sind einige Aufgeführt.